Dienstag, 16. Juli 2019
Baerenstein Osterzgebirge
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Sagenhaftes Bärenstein im Feuerschein

Am 2. Oktober 2009 hatte der Fremdenverkehrs- und Heimatverein zu einer Gedenkfeier für den in Bärenstein geborenen Heimatforscher Arthur Klengel eingeladen. Das kleine Fest fand auf dem neuen Dorfplatz am Geißlerhaus statt und war ein willkommener Anlass zum Treffen der Einwohner von Dorf und Stadt Bärenstein. Neben den als Theaterszenen dargebotenen Ausschnitten „Sagenhaftes Bärenstein“ konnte man im Geißlerhaus eine Ausstellung mit bis-her teilweise unbekannten Arbeiten Klengels besichtigen und eine musikalisch umrahmte Sagenlesung erleben. Die Kinder schufen in der Malstraße kleine Kunstwerke, welche mit Preisen belohnt wurden.

Zum eigentlichen Festakt erinnerte der Ortschronist noch einmal an den Lebensweg und die Verdienste von Arthur Klengel. Hier einige Auszüge:

„Arthur Klengel wurde am 23. August 1881 als Bauernsohn im Dorf Bärenstein geboren. Sein Geburtshaus stand an der Stelle des heutigen Hauses der Familie Sommerschuh.
Seine Mutter stammte aus der alten Rauschermühle in Hirschsprung. Als 1883 das strohge-deckte Elternhaus abgebrannt war und er sich nur schwer an den kahlen und nüchternen Neu-bau gewöhnen konnte, hat er die Rauschermühle durch die vielen Besuche bei seiner Oma immer als sein Vaterhaus angesehen.
Obwohl die Rauschermühle verwaltungsmäßig zu Altenberg gehörte, haben sich die Bewohner immer als Hirschsprunger gefühlt. Seine Mutter konnte nie verstehen, warum sie bei der Unterzeichnung seiner Hausaufgaben nicht Hirschsprung, sondern Altenberg schreiben musste. Heute geht es uns genau so, aber auch wir werden immer Bärensteiner bleiben. Hirschsprung lag ihm nach eigenen Worten mehr am Herzen als sein eigentlicher Geburtsort Bärenstein. Sicher hat er deshalb 1951 auch eine Chronik für Hirschsprung, nicht aber für Bärenstein geschrieben.
Nach der Volksschule besuchte er die „Deutsche Verkehrs- Oberrealschule“ in Altenberg. Nach dem Schulabschluss ging er zur Eisenbahn und zog 1903 nach Meißen, wo er viele Jahre als Oberinspektor und Bahnhofsvorstand tätig war. Seine schriftstellerische Tätigkeit leistete er neben seine hauptberuflichen Aufgaben, das ist bei dem verantwortungsvollen Beruf eines leitenden Eisenbahners bewundernswert.
1919 und 1920 erschienen die beiden Bände „Meißner Heimat“ aus seiner Feder. Seine heimatkundlichen Veröffentlichungen erschienen vorwiegend im Regionalblatt „Müglitztal- und Geising- Bote“ des Verlages Kuntzsch in Altenberg. Von 1923 bis 1945 gab er noch dessen Monatsbeilage „Rund um den Geisingberg“ heraus. Sein verdienstvollstes und reifstes Werk ist zweifellos das „Sagenbuch des östlichen Erzgebirges“.

Arthur Klengel war Ehrenmitglied mehrerer Vereine in Bärenstein. Er hat 1952 die Festrede zur 750- Jahrfeier von Bärenstein gehalten und saß beim Festumzug mit Altbürgermeister Mende in der Ehrenkutsche. Als 73jähriger noch im Dienst der Denkmalpflege tätig, ereilte ihn auf dem Weg zum Meißner Stadtmuseum am 31. Mai 1954 der Tod.

Der Bärensteiner Klengel- Gedenkstein wurde am 7. Oktober 1969 auf dem Grundstück des Bauerngutes Glauch an der Dorfstraße aufgestellt. Die bronzene Gedenktafel und das Bildnis schuf der Bärensteiner Bildhauer Anton Köstler.
Auf Beschluss des Ortschaftsrates wurde der Gedenkstein am 20. Oktober 2008 auf den neu gestalteten Dorfplatz unterhalb des Kantorteiches versetzt. Der Platz entstand auf dem Areal des nach 1945 zugeschütteten Zilgerteiches, als Bindeglied zwischen Dorf und Stadt Bären-stein. Damit ist das Denkmal in das Ensemble der Steingruppe aus dem Gelände der ehema-lige Mittelschule einbezogen und steht nun eher im Blickfeld der Besucher unseres Ortes. Arthur Klengel hat uns ein umfangreiches Lebenswerk hinterlassen.
Auch wenn es inzwischen viele neue Erkenntnisse gibt, seine Arbeit wird auch in Zukunft für die heimatkundliche Erschließung des Osterzgebirges unverzichtbar bleiben.“

Das Theaterstück „Der Ursprung des Schlosses Bärenstein“ ergänzte das Programm der Gedenkfeier. Die Versorgung der vielen Gäste funktionierte bestens, auch das Angebot aus der Gulaschkanone war vorzüglich. Im Schein von Feuerschalen wurde das Backen von Knüppelkuchen zu einem Erlebnis für die Kleinen. Mit Kutschfahrten, einem Lampionumzug sowie einer attraktiven Feuershow klang die trotz des nicht idealen Wetters gut besuchte Veranstaltung aus.

Helmut Richter


Hier finden Sie Bilder vom Fest.

 

 


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