Stadtwappen

Das Bärensteiner Wappentier war zu allen Zeiten der Bär. Die Heraldik nennt das Wappen “sprechend”, dass heißt, bei sprechenden oder redenden Wappen erklären die Motive ohne weitere Erklärung oder Umschreibung den Namen der Stadt.
Bis 1894 führte die Stadt Bärenstein einen braunen Bärenkopf im goldenen Felde. Als das sächsische Innenministerium bei einer Wappen-Revision die Siegelstempel aller Städte anforderte, nannte Bürgermeister Petzold als Stadtfarben braun und gelb. Da bei zwei Farben die eine den beiden Metallen Gold und Silber, die andere aber den heraldischen Farben schwarz, rot, grün und blau entnommen sein muß, entsprach zwar der braune Bärenkopf, nicht aber das goldene Feld des Stadtwappens den Regeln der Wappenlehre.
Nach langem hin und her teilte das Hauptstaatsarchiv 1895 mit, dass die Stadtfarben nicht gelb und braun, sondern schwarz und silbern sind, dass Stadtwappen also ein schwarzer Bärenkopf im silbernen Feld.
Später ist diese Darstellung mehrfach falsch beschrieben worden, sogar der Kopf des Bären bekam eine andere Form. Im Buch “Die Städtewappen im einst markmeißnischen Gebiet” von 1936, übrigens eine Dissertation, ist zu lesen: “Wappen (1896), in silbernem Feld ein vorwärtssehender blauer Bärenkopf, Farben: Blau/Silber”
Die gleiche Beschreibung bestätigt 1974 die Mappe “Städtewappen des Bezirkes Dresden”.
Dagegen beschrieb die Sächsische Zeitung 1978 das Wappen korrekt in Form und schwarz-silberner Farbe, ebenso 1984 das Lexikon “Städte und Wappen der DDR”.
Um diese Unklarheiten endlich zu beseitigen, beantragte der Bärensteiner Stadtrat 1997 in Anlehnung an das 1896 gültige Wappen die Änderung der Farbe des Feldes von Silber in Gold.
Laut Bescheid des Landratsamtes vom 18. April 1997 führt die Stadt Bärenstein ein Stadtwappen mit folgender Beschreibung:
In Gold ein hersehender schwarzer Bärenkopf mit roter Zunge